Heizöl-Markt aktuell: Starker Euro lässt Heizölpreise fallen!

28.08.2017
Heizöl-Markt aktuell: Starker Euro lässt Heizölpreise fallen!
 
(28.08.2017) Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich im Vergleich zum Freitagmorgen kaum verändert, auch wenn Hurrikan "Harvey" zwischenzeitlich für Wirbel gesorgt hat. Dank des deutlich gestiegenen Eurokurses werden die Heizöl-Notierungen, aller Voraussicht nach, aber trotzdem mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche starten.
 
Aktuell stehen die Oktober-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 52,55 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 47,70 Dollar. Der Euro macht im Vergleich zum US-Dollar einen Sprung nach oben und wird derzeit zu Kursen um 1,1935 US-Dollar gehandelt.

Das bestimmende Thema am Ölmarkt ist derzeit Hurrikan "Harvey", der weite Teile der Ölproduktion im Golf von Mexico stillgelegt hat und kurzzeitg sogar in die Kategorie 4 hochgestuft wurde.
Die Auswirkungen des Unwetters waren bislang stärker als erwartet und und es gibt Schätzungen, wonach eine Raffineriekapazität von über 800.000 Barrel pro Tag derzeit heruntergefahren ist.
In den Küstenregionen im Golf von Mexico sorgen massive Überschwemmungen dafür, sodass Mitarbeiter der Raffinerien ihre Häuser evakuieren mussten. Auch zahlreiche Pipelines wurden abgeschaltet und bislang ist noch nicht absehbar, wann die Raffinerien ihre Produktion wieder aufnehmen können.
Es gab aber noch weitere bullishe Meldungen, weshalb es fast verwunderlich ist, dass die Rohölpreise relativ stabil geblieben sind.
In Libyen mussten weitere Ölfelder abgeschaltet werden, nachdem bewaffnete Gruppen Pipelines blockieren. Bereits in der letzten Woche gab es Probleme am Sharara Ölfeld, das eine Tageskapazität von 330.000 Barrel hat.
Des weiteren ist die Zahl der aktiven US-Bohranlagen das zweite Mal in Folge zurück gegangen. Wie das Marktforschungsunternehmen Baker Hughes am Freitagabend berichtete, sind derzeit nur noch 759 Anlagen im Betrieb. In der Vorwoche waren es noch vier mehr.
 
Am Devisenmarkt machte der Euro nach Kommentaren von US-Notenbankchefin Janet Yellen und EZB-Präsidenten Mario Draghi, anlässlich des Symposiums in Jackson Hole, einen kräftigen Satz nach oben und steht derzeit auf dem höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren. Während Yellen vorerst keine weiteren Zinsanhebungen in Aussicht stellte, lobte Draghi die Wirtschaftsentwicklung in Europa und vermied es, den starken Eurokurs belastend zu kommentieren.

Dank der deutlichen Währungsgewinne, werden die Heizöl-Notierungen heute, aller Voraussicht nach, mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche starten. Aktuelle Berechnungen lassen zumindest aus morgendlicher Sicht ein Minus in einer Größenordnung von 0,2 bis 0,4 Cent pro Liter erwarten. Ob sich dies aber tatsächlich einstellen wird, bleibt abzuwarten, denn die ersten Erhebungen liegen aktuell noch im Plus. Ingesamt haben sich die Aussichten auf fallende Heizölpreise weiter eher eingetrübt.