Heizöl-Markt aktuell: Auf und Ab geht weiter - Heizölpreise ziehen wieder an!

08.12.2017
Heizöl-Markt aktuell: Auf und Ab geht weiter - Heizölpreise ziehen wieder an!
 
(08.12.2017) Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben im gestrigen späten Handel leider wieder Gewinne verbuchen und die Verluste des Vortages nahezu ausgleichen können. Da der Euro im Vergleich zum US-Dollar gleichzeitig weitere Verluste hinnehmen musste, werden die Heizöl-Notierungen leider mit deutlichen Aufschlägen in den letzten Handelstag der Woche starten.
 
Aktuell stehen die Februar-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 62,15 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 56,60 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum US-Dollar wieder ein Stück weit zurück und wird derzeit nur noch zu Kursen um 1,1750 US-Dollar gehandelt.

Die Richtungssuche am Ölmarkt geht weiter. Nach den in dieser Woche bearish zu wertenden US-Ölbestandsdaten sah es gestern noch danach aus, als könnten die Rohölpreise in den nächsten Tagen weiter leicht unter Druck bleiben. Gestern im Laufe des Nachmittags zog der Ölkomplex dann aber schon wieder an, obwohl es keine offensichtlichen preistreibenden Meldungen gab.
Fakt ist, dass der Markt wohl auch in den nächsten Monaten wenig Spielraum nach unten haben dürfte, solange die Disziplin der am Förderabkommen beteiligten Länder so hoch bleibt wie in der Vergangenheit. Natürlich wird die US-Schieferöl-Industrie einen großen Teil der fehlenden Mengen ausgleichen können, allerdings gibt es nach wie vor einige politische Unsicherheitsfaktoren, die für die Marktversorgung nicht unerheblich sind. Vor allem die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, aber auch die Kurden-Krise und das Thema Jerusalem bergen große Risiken, die Händler bei ihren Geschäften bzw. Spekulationen berücksichtigen müssen.
Gestern gab es überwiegend gute Konjunkturdaten. Lediglich die deutsche Industrieproduktion per Oktober enttäuschte mit einem Minus von 1,4 Prozent. Positiv überraschen konnte hingegen das EU-Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal mit einem Plus von 2,6 statt wie erwartet 2,5 Prozent. In den USA gingen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in dieser Woche von 238.000 auf 236.000 zurück und heute Morgen kamen starke Außenhandelszahlen aus China. Hier stiegen die Importe per Oktober um 17,7 Prozent und die Exporte um 12,3 Prozent, was jeweils deutlich über der Analystenschätzung lag.

Die zuletzt recht guten Wirtschaftsindikationen aus den USA und die in der nächsten Woche aller Voraussicht nach anstehende Zinserhöhung der US-Notenbank, geben dem US-Dollar derzeit Auftrieb und so verlor im Gegenzug der Euro weiter an Wert. Wie sich der Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien auf die Gemeinschaftswährung auswirken wird, muss sich erst noch zeigen.

Für den deutschen Inlandsmarkt bleiben die Vorgaben bis auf weiteres jedenfalls alles andere als gut. Nach aktuellen Berechnungen werden die Heizölpreise mit Aufschlägen in einer Größenordnung von ca. 0,8 Cent pro Liter in den heutigen Handel starten. Der schöne Rückgang von gestern dürfte im Tagesverlauf also wieder weitgehend egalisiert werden und auch in den nächsten Tagen ist mit einem Fortgang des mittelfristigen Seitwärtstrends zu rechnen.